Artemisia annua - was nun?


28 May
28May

Der Einjährige Beifuss wird in der traditionellen chinesischen Medizin schon lange als Mittel gegen verschiedene Erkrankungen eingesetzt und hat unter anderem wohl auch antimikrobielle und antivirale Effekte. Artemisia annua ist sogar ein vielversprechender Kandidat im Kampf gegen SARS-CoV-2. Dennoch hat die Pflanze bei der WHO und der EU einen schweren Stand. Wieso eigentlich? Artemisia annua, der Einjährige Beifuss, ist in unseren Breiten eine gut gedeihende, einjährige Pflanze, die in der Jahresmitte zu einem mannshohen Busch heranwächst. Zu ihrer Gattung gehören mehrere hundert Artemisia-Gewächse. Wie jede Pflanze ist sie ein chemisches Multigemisch mit zirka 250 verschiedenen Wirkstoffen (1). Ursprünglich ist die Pflanze im mittelasiatischen Raum beheimatet.

Was war bisher?

In China wird Artemisia annua seit über 2 000 Jahren als Heilpflanze genutzt und um 300 nach Christus als vortreffliches Malariamittel beschrieben. Im Jahre 2015 ging der Nobelpreis für Medizin an die 84-jährige Chinesin Youyou Tu für die Entdeckung des Wirkstoffes Artemisinin in dieser Artemisia-Pflanze. „Die Wirksamkeit von Artemisia annua gegen Malaria ist weltweit durch hunderttausende Fälle belegt, die allein durch diesen Pflanzenextrakt von Malaria geheilt worden sind“, schreibt der Mediziner Dr. Heinz Lüscher (1).Der bekannteste Wirkstoff von Artemisia annua, Artemisinin, ist als Malariamittel patentiert. Während bei allen Monosubstanzen im Laufe der Zeit Resistenzen auftreten, ist eine Resistenzbildung bei Pflanzenextrakten mit allen Wirksubstanzen sehr viel unwahrscheinlicher. Ein weiterer wirksamer Bestandteil in diesem Phytotherapeutikum ist das enthaltene ätherische Öl, das aus Ketonen, Monoterpenen und Sesquiterpenen besteht. Außerdem enthält Artemisia verschiedene entzündungshemmende Polyphenole und – wie sollte es für ein Artemisia-Gewächs auch anders sein – Bitterstoffe als wirksame Bestandteile (1).Studien zur klinischen Prüfung dieser Pflanze laufen am Max-Planck-Institut Potsdam und der Freien Universität Berlin (2, 3). In Zellstudien mit Artemisia-Extrakten in verschiedener Konzentrationshöhe konnte die Eliminierung von Viren bereits nachgewiesen werden (2, 3). Eine erste Studie zur antiviralen Wirksamkeit von Artemisia am Menschen läuft zurzeit im Ausland (4).Bei der Behandlung von Malariapatienten wurden weitere sehr interessante Beobachtungen gemacht: Diejenigen, welche parallel unter verschiedenen Krebsarten oder AIDS litten, zeigten ebenfalls bei den genannten Indikationsbildern eine teilweise deutliche Besserung. „Auf der Website der US National Library of Medicine sind 497 Studien allgemeiner Art und 51 Studien über Artemisia annua zum Thema Krebs aufgeführt. Selbst das pharmafreundliche größte Krebszentrum der Welt, das Memorial Sloan-Kettering attestiert dieser Pflanze deutliche krebshemmende Eigenschaften in vitro“, so Dr. Heinz Lüscher (1).

Fantastische Antimikrobielle Eigenschaften

Es gibt erste Nachweise, dass die Pflanze in vitro gegen Gram-positive und Gram-negative Bakterien wirkt (1). Eine etwas bessere Datenlage liegt bei der Leishmaniose vor (1). Erfahrungsgemäss lässt sich Artemisia annua erfolgreich bei Erkältungen und Grippe einsetzen. Die Darstellung von Dr. Lüscher, „wenn man bei den ersten Anzeichen einer Grippe oder Erkältung reichlich Artemisia-Pulver zu sich nimmt, bestehen gute Chancen, dass man sich am nächsten Tag wieder völlig gesund fühlt“ (1), kann ich aus der eigenen Praxis nur bestätigen. Ich kombiniere den Einjährigen Beifuß gerne mit der Zistrose (Cistus-Arten).

Der Einjährige Beifuss und die WHO

Bei all dem bisher Gesagten müsste die WHO doch zumindest positiv aufmerksam auf diese Pflanze werden. Aber weit gefehlt: Sie empfiehlt allen Regierungen, Artemisia annua als Arzneimittel zu untersagen. Als Reaktion auf diese Empfehlung könnte die EU die Pflanze auch einfach als Lebensmittel einstufen, um sie wenigstens auf diesem Weg verfügbar zu machen. Doch wieder weit gefehlt: Die EU stufte sie stattdessen als nicht zugelassenes neuartiges Lebensmittel (Novel Food) ein. Die ANME (Association for Natural Medicine in Europe) veröffentlichte einen Aktionsbrief von Dr. pharm. Hans-Martin Hirt. Dieser schreibt zu den WHO-Reaktionen: „Die erste englischsprachige Publikation zur Extraktion des Wirkstoffs Artemisinin erschien 1979. Youyou Tu (die spätere Nobelpreisträgerin) präsentierte das Medikament 1982 der WHO bei einem Kongress in Beijing. Die chinesische Regierung offerierte eine Produktion für ganz Afrika, aber die WHO lehnte ab. Doch 1994 schloss Novartis mit chinesischen Partnern einen Lizenzvertrag ab und konnte exklusiv die weltweite Entwicklung, Registrierung und Vermarktung der Medikamente Coartem respektive Riamet übernehmen, welche Artemisinin-Derivate enthalten. Nach Schätzungen hat Artemisinin seit dem Jahr 2000 über 1,5 Millionen an Malaria erkrankten Menschen das Überleben gesichert.“ (5, 6)Zur Reaktion der EU, die Artemisia annua zumindest als Lebensmittel hätte einstufen können, schreibt Dr. Hans-Martin Hirt: „Die EU tritt pflichtgetreu in die Fußstapfen der WHO und versperrt dieses lebensrettende Schlupfloch, indem sie im November 2019 alle Produkte aus dieser seit vielen Jahren auch in Europa verwendeten Pflanze […] völlig unwissenschaftlich und völlig widersinnig als „nicht zugelassenes neuartiges Lebensmittel“ (Novel Food) einstuft […]“ (5, 6).

Artemisia annua und Corona

Im November 2020 sind wir in den zweiten „partiellen“ Lockdown geschlittert. Außer einem linearen Denken im Sinne einer eindimensionalen Logik in Kausalketten wurde bisher – Stand Dezember 2020 – nichts unternommen (7). Alle anderen – durchaus guten – Ansatzpunkte, die helfen könnten, dieser Krise Herr zu werden, wurden bisher kategorisch abgelehnt und diffamiert. Aus einem engstirnigen „Entweder oder“ muss unbedingt ein „Sowohl als auch“ werden (7). Wenn ich in der Praxis mit einem Fall nicht weiterkomme, nehme ich die Tipps und Ansätze von Kolleginnen und Kollegen dankbar an und sehe sie nicht als eine unqualifizierte Einmischung in mein bisher erfolgloses Therapiekonzept.Im Falle Corona müssten parallel zur RKI-Standardmeinung alle möglichen anderen Ansätze unbedingt in Betracht gezogen und ausgeschöpft werden. Da ist die Naturheilkunde genauso gefragt, beispielsweise in Sachen Milieustabilisierung oder therapeutischen Konzepten.

Artemisia annua in der Naturheilkunde

Die antibakterielle und auch antivirale Wirkweise wurde schon erwähnt, woraus sich die Indikationen ergeben. Als Externum ist die Pflanze mit gutem Erfolg bei Neurodermitis angewandt worden, ebenso wird die Creme parallel zum Therapiekonzept in der Hautkrebsbehandlung eingesetzt. Als Tee wird die lose Droge von verschiedenen Anbietern vorrätig gehalten, unter anderem Calendula Kräuterladen, Kräuter Kontor oder Tausendkraut. In Kapselform kann man Artemisia annua zum Beispiel online über www.unserekleineapotheke.de beziehen. Man sollte diese Heilpflanze in Betracht ziehen bei Indikationen wie grippalen Infekten und Fieber, Herpes simplex, Entzündungen aller Art, Ekzemen, Aphthen, Hautpilzen und Darmgeschehen. Dies ist allerdings nur eine Auswahl der therapeutischen Einsatzmöglichkeiten. 

Aus Naturheilpraxis

  1. Lüscher H: Vitalstoffmedizin – Wirkstoffe: Artemisia annua. n.rpv.media/241
  2. DAZ.online: Artemisia Annua: Forschung in Deutschland, ungeprüfter Kräutertee in Madagaskar. Artikel vom 11.05.2020. n.rpv.media/242
  3. Max-Planck-Gesellschaft: Artemisia annua in Labortests gegen das Coronavirus. Artikel vom 14.04.2020. n.rpv.media/243
  4. Deutsche Welle Wissen und Umwelt: Forschung: Artemisia – ein Kraut gegen COVID-19? n.rpv.media/244
  5. ANME: Info und Aktionsbrief von Dr. pharm. Hans-Martin Hirt zu Artemisia annua. n.rpv.media/246
  6. anamed: Artemisia annua Anbau und Verwendung. EU und WHO: strikt dagegen! anamed: strikt dafür! Warum? n.rpv.media/247
  7. Hardtmuth T: Anmerkung zum CORONA-Syndrom. Ostern 2020. n.rpv.media/245

Und in der Tierheilkunde?

Lena, ihr Hund Nino und die Grenzen der Tiermedizin 

Anfang Juli ging es Nino, einem 12-jährigen Doggen Mix, sehr schlecht. Er erbrach mehrfach und baute ab. Eine tierärztliche Versorgung vor Ort brachte zunächst leichte Besserung. Nach einer Woche baute Nino vollends ab: er hatte plötzlich sehr hohes Fieber (42.0 Grad C.) Er konnte nicht mehr stehen als wir ihn sahen. Alle dachten an eine akute Virusinfektion. 

Lena versorgte ihren Nino über das Wochenende mit Koppscher Lösung unter Ergänzung von Chlordioxid. Es ging ihm tatsächlich besser bis zum Montag, als wir einen wirklich todkranken Hund wiedersahen. Er hatte wieder 42.0 Grad Fieber. Eine Röntgenaufnahme zeigte eine faustgroße Verschattung im Oberbauch. 

Kam eine chirurgische Maßnahme in Frage? 

Konnte der Hund die Narkose überleben? 

Er hatte entweder Krebs oder einen riesigen Abszess. Ich fragte Lena, ob sie sich mit dem Gedanken einer Einschläferung beschäftigt hat – und sie schaute 10 Minuten wie versteinert aus dem Fenster. Sie entschied, Ihren Hund wieder mit nach Hause zu nehmen. Nach einigen Wochen hörte ich von Lena, dass Nino wieder vollständig in Ordnung sei. Was hatte sie gemacht? Zusammen mit den Jungs und Mädels von Heilkraft/Naturtalent hatte sie Artemisia annua zum Einnehmen organisiert, dazu das CBD -Öl Cannabidiol und Heilpilze. Sie fütterte Nino regelrecht damit und konnte eine tägliche Besserung Ihres Hundes wahrnehmen. Von ihrer Tierärztin bekam sie noch hochdosierten Mariendistel-Komplex, Vitamin C und B-Komplex. Zur Entgiftung wandte Lena Zeolith an und – EM 1 (Effektive Mikroorganismen) um das Immunsystem zu stärken. Was war das denn? Die Erkenntnis, dass Artemisia annua, der einjährige Beifuß, eine enorme Heilpotenz bei vielen Infektionskrankheiten, bei Malaria und sogar HIV-Infektionen besitzt, ist uralt. Die Literatur wurde 2018 von Barbara Simonsohn mit nachvollziehbaren Texten ergänzt. Inzwischen erforschen Pharmafirmen, ob der Extrakt dieser Heilpflanze gegen COVID-19 einsetzbar ist. Die Aussichten sind gut. Ich werde diese unglaubliche Pflanze in unser Leben holen. Morgen fahre ich in die Baumschule von Peter Klock in 21514 Witzeeze, Mühlenkamp 10 und hole zwei hochgewachsene Pflanzen ab.

 Dirk Schrader

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